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Shiatsu Österreichischer Dachverband
Bericht von der  Außerordentlichen Generalversammlung des ÖDS, Jänner 2012
Dr. Eduard Tripp

Am 27. Jänner um 19.30 (nachdem um 19.00 die erforderliche Anzahl für die Abhaltung nicht erreicht war) begann die Außerordentliche Generalversammlung des Österreichischen Dachverbandes für Shiatsu, die explizit von der Generalversammlung im Oktober 2011 zu den dort beschlossen Anträgen einberufen wurde:

  1. beschlossener Antrag: "..., dass der ÖDS in 3 bis 4 Monaten für PR-Marketing-Maßnahmen ein entsprechendes Konzept entwickelt und zu diesem Zwecke eine GV einzuberufen, um über entsprechende Finanzierung dieser Maßnahmen oder Umschichtung der Beiträge abzustimmen."
  2. beschlossener Antrag: "..., dass alle vorhergegangenen Anträge nicht so wichtig sind und gleich weggeworfen werden und dass sich der ÖDS um seine Mitglieder kümmern soll und schauen, dass die sich irgendwie rühren über Attraktiver-Machen der Generalversammlung."

Anwesend waren etwa 40 Mitglieder, in der überwiegenden Mehrheit PraktikerInnen, der gesamte Vorstand und das Ehrenmitglied des ÖDS, Peter Ecker, Innungsmeisterin-Stellvertreter für Fußpflege, Kosmetik und Massage in Wien.

Nach der Begrüßung durch Obfrau Kathrin Wohlfarter ging es auf Antrag der Generalversammlung, die anderen Punkte wie z.B. Protokollberichtigungen auf die Ordentliche GV im Herbst zu verschieben,  um die Frage von PR und Öffentlichkeitsarbeit für Shiatsu, den ÖDS und ÖDS-qualifizierte Shiatsu-PraktikerInnen. Und damit verbunden um die Frage, ob und wie solche Maßnahmen finanziert werden können.
Roberto Preinreich, Kassier im Vorstand des ÖDS, berichtete dazu über das derzeit veranschlagte Budget, das auf den Einnahmen und Ausgaben von 2010 beruht. Veranschlagten Einnahmen von ca. 116.000 Euro (davon Mitgliedsbeiträge mit insgesamt ca. 90.000 Euro) stehen Ausgaben in der Höhe von ca. 104.000 Euro entgegen – woraus sich ein Überschuss von ca. 12.000 Euro ergibt.
Gerald Windisch, PraktikerInnen-Vertreter in Vorstand, präsentiert grundsätzliche Überlegungen zum Thema Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, damit die Menschen, wie er ausführt, z.B. auch in Tirol wissen, was Shiatsu ist und leisten kann. Um das zu erreichen, braucht es Geld, wobei es zwei grundlegende Ansatzpunkte gibt:

  1. Zuerst schauen, wie viel Geld zur Verfügung steht und mit diesem Budget beispielsweise einen Profi beauftragen ein Marketing/PR-Konzept zu entwickeln und umzusetzen; oder 
  2. sich für ein bestimmtes Produkt (Strategie, Vorgehensweise) entscheiden, schauen was das kostet und sich dann zu fragen, wie man das dafür notwendige Geld bekommt.

Die sich daran anschließende Diskussion, in der es immer wieder auch um die Grundsatzfrage ging, soll man zuerst schauen, was man eigentlich erreichen will und sich dann um eine Finanzierung kümmern, oder ob man zuerst ein Budget freischaufeln soll, wobei der erwartete Überschuss von 12.000 Euro nicht ausreichend sein dürfte, weil ja auch für Eventualitäten ein „Polster“ vorhanden sein soll.

Die Diskussion, die immer wieder – wie bei der Frage Henne oder Ei – um die Priorität von Budget-Freisetzung einerseits und konkrete(re) Vorstellungen kreiste, was denn die Zielrichtung der PR/Öffentlichkeitsarbeit genau sein soll,  brachte einige interessante Ansatzpunkte, die zu verfolgen Aufgabe des Vorstandes bis zur nächsten GV sein soll/wird.

Zum einen wurde hervorgehoben, dass es Sinn machen würde, sich um Kooperationspartner zu kümmern. Das wäre einerseits die Wirtschaftskammer um die Marke „ÖDS-qualifizierte Shiatsu-PraktikerIn“ in der Öffentlichkeit besser zu verankern, aber beispielsweise auch Versicherungen und Banken, die – wie Erfahrungen in Oberösterreich zeigen – durchaus an solchen Kooperationen interessiert sind.
Eine weitere Idee war die Kontaktaufnahme mit der Wirtschaftsuniversität, um sich im Rahmen eines Projektes für Studenten einen „Business-Plan“ erstellen zu lassen, auf welche Weise sich der ÖDS bestmöglich in der Öffentlichkeit präsentieren könnte und wie dies am besten finanzierbar wäre. Auch die weitergehende Unterstützung von PraktikerInnen-Projekten, wie es ja schon bei den Shiatsu-Tagen geschieht, wurde als mögliche Variante der Öffentlichkeitsarbeit angeführt.
Wichtig aber scheint in der Diskussion immer wieder die Klärung der Frage, was wir als ÖDS denn nach außen kommunizieren wollen und was wir mit den Maßnahmen, die wir diesbezüglich setzen, erreichen wollen.

PR/Öffentlichkeitsarbeit
PR/Öffentlichkeitsarbeit, so hat eine auch in diesem Bereich professionell tätige Shiatsu-Praktikerin ausgeführt, ist immer Themenarbeit. Um die Information, was Shiatsu ist, unter die Menschen zu bringen, genügt es nicht, einfach nur über die Vorzüge von Shiatsu zu berichten, sondern es braucht – neben einer notwendigen Regelmäßigkeit – auch Themen, Geschichten, an denen die zu vermittelnde Information „aufgehängt“ werden kann (wie z.B., dass ein Prominenter auf Shiatsu schwört oder der Beitrag von Shiatsu bei Burn Out oder ähnliches).  Und dann braucht es dazu einen möglichst aktuellen Presseverteiler, der z.B. berücksichtigt, welcher Journalist für alternative Themen empfänglich ist und eine kontinuierliche Arbeit im Sinne von Nachtelefonieren u.a.m.
Wenn man von ca. vier Aussendungen pro Jahr ausgeht, so wurden die Kosten für eine solche professionelle Vorgehensweise auf etwa 20.000 Euro jährlich geschätzt. Es kann durchaus sein, dass eine solche Leistung unter gewissen Voraussetzungen auch günstiger zu bekommen ist, unter 10.000 bis 15.000 Euro ist es aber kaum realistisch.

Finanzierungsmöglichkeiten
Grundsätzlich, um zusätzliche Geldmittel zur Verfügung zu bekommen gibt es drei – schon im Vorfeld der Ordentlichen Generalversammlung im Oktober diskutierte Ansätze:

  1. Aufgabe des Shiatsu-Journals: Es wäre dann zukünftig im Mitgliedsbeitrag das Shiatsu-Journal nicht mehr inkludiert. Wer es dennoch erhalten will, muss sich ein Abo direkt in Deutschland bestellen. Zugleich damit würden aber auch die redaktionellen Seiten für den ÖDS wegfallen, da dies auch das Ende der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband GSD in Bezug auf das Journal bedeuten würde. Mit dieser Maßnahme würde pro Mitglied bei gleich bleibendem Mitgliedsbeitrag 25 Euro für ein Werbe-/PR-Budget zur Verfügung stehen. Wer bislang wenig Interesse am Shiatsu Journal hatte, für den ändert sich letztlich nichts Essentielles, weil der Mitgliedsbeitrag bei 145 Euro bleibt. Mitglieder, die das Shiatsu Journal allerdings als wichtig erachten, müssen 25 Euro zusätzlich investieren, um es dann auch in Zukunft zu erhalten (bei gleichzeitigem Wegfall von Informationen aus Österreich im Journal – und möglicherweise, wie manche Mitglieder es sehen – einem gewissen Image-Verlust).
  2. Austritt aus der ESF (würde dem ÖDS nach der vorliegenden Budget-Kalkulation etwa 8.000 Euro ersparen, gefährdet möglicherweise aber die Arbeit der European Shiatsu Federation zur Anerkennung von Shiatsu auf Ebene der EU und damit auch die zukünftige berufliche Positionierung von Shiatsu in Österreich) oder Reduktion des Mitgliedsbeitrags  - unter der Voraussetzung, dass dies erreicht werden kann (auch hier bleibt die Frage, inwieweit die ESF mit einem reduzierten Mitgliedsbeitrag aus Österreich – Österreich zahlt auf Grund der hohen Zahl an Mitgliedern ca. ein Viertel des Budgets der ESF – ihre Arbeit im erforderlichen Maß erfüllen kann).
  3. Erhöhung des Mitgliedsbeitrages (bei Beibehaltung von Shiatsu-Journal und ESF-Beitrag). Diese Vaiante wurde in der Aussendung vor der GV von der PraktikerInnen-Vertretung kategorisch abgelehnt. In der Generalversammlung wurde diese Ablehnung jedoch mit der Begründung relativiert, dass diesem Statement keine PraktikerInnen-Befragung zugrunde lag.

Werbung/Öffentlichkeitsarbeit als Teil des Ganzen
Wichtig ist, so führte Eduard Tripp, beruflich-rechtlicher und ESF-Vertreter im Vorstand, aus, die die Betrachtung der Gesamtheit der Aufgaben des ÖDS, denn nicht nur PR/Öffentlichkeitsarbeit ist eine Aufgabe, die der ÖDS, seinen Mitgliedern gegenüber übernimmt, sondern auch die Erhaltung des Berufs, also berufs-politische Arbeit, die ebenfalls mit den vorhandenen Geldmittel und Kapazitäten geleistet werden muss.
Eine Teilnehmerin der GV brachte es auf den Nenner, dass es  keinen Sinn macht Shiatsu als Beruf gut abgesichert zu haben und niemand weiß davon, umgekehrt aber auch nicht, dass wir Öffentlichkeitsarbeit für einen Beruf machen, der seine berufs-rechtlichen Grundlagen nicht bewahren kann.

Verhandlungen mit der Gewerblichen Sozialversicherung
Die Gewerbliche Sozialversicherung wirbt derzeit mit einem Vorsorgebonus, der u.a. für eine Raucherentwöhnung einlösbar ist.
Peter Ecker bot sich an, als Innungsvertreter - wenn er einen klaren Auftrag vom Vorstand des ÖDS bekommt - mit der Gewerblichen Sozialversicherung in Verhandlungen zu treten, dass z.B. auch zwei Shiatsu-Sitzungen einlösbar sein sollen. Der Antrag dazu wird von der Generalversammlung angenommen.

Weitere Beschlüsse zur Öffentlichkeitsarbeit und ihrer Finanzierung

  1. Auftrag an den Vorstand zur Kooperation mit der Wirtschaftskammer: angenommen.
  2. Evaluierung der Sekretariatsarbeit: Wie viel der Arbeit des Sekretariats betrifft die PraktikerInnen, wie viel die SchülerInnen und wie viel die Schulen?; d.h. welchen (prozentuellen) Nutzen von der Sekretariatsarbeit haben SchülerInnen, PraktikerInnen und Schulen: angenommen.

  3. Marketingmaßnahmen sind grundsätzlich erwünscht: angenommen

Beschlüsse und Anregungen zur internen Kommunikation
Ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Thema der Generalversammlung, das immer wieder großen Raum einnahm , war die interne Kommunikation. Wie schon des öfteren wurde auch diesmal das Thema eines Newsletters bzw. Infomails aufgeworfen, um die Kommunikation zwischen Vorstand und PraktikerInnen zu intensivieren und auf aktuelle Entwicklungen aufmerksam zu machen, wie auch Anfragen an die Mitglieder, um die Meinung zu bestimmten Themen schnell und einfach einholen zu können. Beschlossen wurde dazu:

  • Das Vorstandsprotokoll soll "in abgeschwächter Form" per Mail an alle Mitglieder gesendet werden: angenommen.
  • Infomails zu Veränderungen auf der Homepage (z.B. neue Infos) sollen ausgesendet werden: angenommen

Per Mail sollen wichtige Fragen an die PraktikerInnen ausgesendet werden, um eine breitere Basis für Entscheidungen im Vorstand zu finden. Für die Auswertung solcher Fragenkataloge (z.B. zur Finanzierung von PR/Öffentlichkeitsarbeit oder um einen Marketingmaßnahmenkatalog zu erstellen) haben sich die SchülerInnen-VertreterInnen im Vorstand bereit erklärt (ebenso wie anwesende PraktikerInnen der GV, die sich angeboten haben, Hilfestellung zu geben).

  • Ein internes Kommunikationsforum für Mitglieder des ÖDS soll geschaffen werden: angenommen. Heike Lindstedt, ehemaliges Vorstandsmitglied, kümmert sich um entsprechende Vorschläge. 

Anregungen und Beschlüsse zur ESF
Da Österreich etwa ein Viertel der Beiträge zum Budget der European Shiatsu Federation (ESF) bezahlt (grundsätzlich ist es so, dass jedes Land pro Teilnehmer - gestaffelt - bezahlt und Österreich hat nach Großbritannien die meisten Mitglieder in der ESF), wurde über eine gewünschte Reduktion der Beiträge gesprochen und Eduard Tripp als ESF-Vertreter beauftragt (wenngleich ohne Beschluss), den Wunsch Österreichs nach einer Reduktion um, wie vorgeschlagen wurde, 2.000 bis 3.000 Euro einzutreten.
Ein weiterer Punkt, der als Wunsch der Generalversammlung ausgedrückt wurde, betrifft vierteljährliche Kurzberichte über die Arbeit der ESF, die im Shiatsu Journal veröffentlicht werden sollen - und damit nicht nur die österreichischen PraktikerInnen, sondern auch die deutschen erreichen.
Beschlossen wurde zudem von der Generalversammlung , dass der Bericht von Seamus Connolly "Über die politische Arbeit für die ESF" in der Übersetzung von Mag. Marina Morton (ein großes DANKESCHÖN nochmals dafür!) auf der Homepage des ÖDS veröffentlicht werden soll.

Um 23.00 Uhr wurde die Generalversammlung beendet.